Sie verursachen einen Unfall im Straßenverkehr, zerstören die Vase Ihres Nachbarn oder fahren zu schnell und werden geblitzt? Es ist vollkommen klar, daß Sie anschließend die Schäden oder die Strafe bezahlen.
Nur im Finanzsektor funktioniert das irgendwie anders. Hier werden zunächst Leute, die sich hochspekulativ und sozialschädlich verzockt haben, so gut wie nie auf irgendeine Weise belangt. Schon das ist eine böse Schieflage von Verantwortung und Anstand.
Doch nun haben wir Steuerzahler den Banken zusätzlich auch noch ihre Existenz gesichert, die sie selbst nahezu vorsätzlich ruiniert haben. Milliarden Steuergelder sind in dem Bankensystem verschwunden.
Und jetzt? Bekommen wir unser Geld wieder? Mitnichten! Der ganze Wahnsinn geht sogar genau dort weiter, wo er nach dem Crash aufgehört hat. Niemand rechtfertig sich, keine Bank zahlt die Gelder zurück und als Krönung bekommen Mittelständler nun auch keine Kreditlinien mehr. Und die Herren Finanzmanager leben wieder nur noch für ihren fetten Bonus, mag er auch Leichen gekostet haben. Die Kaste der Finanzmanager entrückt sich schneller der gemeinen Bevölkerung, als es die schlimmsten Prognosen vorher vermuteten. Ganz vorne und als Beispiel für soziopathische Manager: Herr Nonnenmacher von der HSH Nordbank, dessen Arroganz und Verachtung für Journalisten und Bürger einem nur noch das Erbrechen in den Hals zwingt.
Hier ist eine Kurskorrektur in der Basis des Systems zu fordern. Und die Lösung liegt auf der Hand:
Die Finanztransaktionssteuer. 0,05 Prozent für jedes Finanzgeschäft geht an den Fiskus. Das ist als Einzelposten nur marginal, bringt aber ersten Berechnungen zufolge bis zu 30 Milliarden Euro in den Staatssäckel.
Auch wäre diese Steuer mit wenig logistischem Aufwand verbunden, da die Abrechnungssysteme von Banken und Börsen ohnehin schon eine entsprechende Funktion zum Abführen von Spesen und Gebühren haben.
Selbst der Britische Premierminister Brown fordert EU-weit eine solche Abgabe.
Nur im Koalitionsvertrag der neuen Regierung findet sich darüber NICHTS. Dabei gab es vor den Wahlen vollkundig und populistisch Ankündigungen über die „Wiedergutmachung“ durch die Banken. Nichts ist davon noch zu hören.
Das riecht nach Seilschaften und pervertiertem Lobbyismus.
Man kann nur hoffen, daß die Briten in der Sache mehr Rückgrad als Merkel und Co. zeigen und die Banken gerechterweise zur Ader lassen. Dann bestünde auch in Deutschland eine Chance auf die sinnvolle Finanztransaktionssteuer. Eine gerechte Steuer. Das wäre doch auch mal etwas Neues.
