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Die spinnen, die Italiener

Eigentlich heißt es doch, aus Fehlern könne man lernen. Stimmt natürlich überall sonst, nur nicht in Italien. Daß das Völkchen da unten schon immer etwas speziell war, wissen wir seit geraumer Zeit. Korruption, Mafia, das kannte man ja. Auch der Hang zu einer hohen Frequenz von politischen Rücktritten, Neuwahlen und Splitterparteien, die nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig Steine in den Weg zu werfen. Aber sie haben auch diese großartige Lebensart, das wunderbare Essen und diese imposante Landschaft. Doch jetzt kommt ein kaum entschuldbarer Mangel hinzu: Die haben sich doch tatsächlich Berlusconi erneut wiedergewählt. Ein Mann, der wie kein zweiter in Europa die Demokratie mit Füssen getreten hat. Ein eitler und optisch grenzdebiler Medienmogul, der schon früh ein napoleonisches Machtbedürfnis entwickelt hat und zwar so deutlich, daß selbst der ignoranteste Wähler das hätte bemerken müssen. Er kauft einen Medienkanal nach dem anderen auf und beutet diese konsequent für sich und seine Ziele aus. Meinungsvielfalt ist unter Berlusconis Aufsicht ein absolutes Fremdwort. Selbst vor Gesetzesänderungen zum eigenen Vorteil schreckte er in der Vergangenheit nicht zurück. Ganz zu schweigen von politischer Polemik und Beschimpfungen Andersdenkender. Er ist ein schlimmes Beispiel dafür, wie politischer Einfluß mißbraucht werden kann. Und nun ist er wieder da: „Freuen“ wir uns also auf die nächsten Entgleisungen, Manipulationen und politischen Dreistigkeiten. Man könnte fast meinen, die Wähler in Italien würden unter kollektiver Amnesie leiden. Die spinnen, die Italiener….!?

~ von rotkohl am 15. April 2008.

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