Die neue Atomkraftfrage II

Wie eine Steilvorlage für den Irrsinn von Kernkraftanlagen, verliert ein französisches Atomkraftwerk vor ein paar Tagen mal eben so 30.000 (!!) Liter radioaktive Flüssigkeit. Nicht 5 Liter, nicht 10… 30.000 Liter. Keiner hat es gemerkt. Wenn jetzt noch ernsthaft jemand behauptet, Kernkraft sei sicher, der gehört in die Klinik eingewiesen. Selbst in einem “hochgefährlichen” und “brisanten” Betrieb wie einem Bauernhof wäre der Verlust von mehreren tausend Litern sofort aufgefallen. Nur da würde das Zeug höchstens stinken und nicht das Erbgut über Generationen schädigen. Dazu noch die “üblichen” ca. 100 Störfälle in Deutschland im Jahr. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn jetzt im Fernsehen eine geistlose Politikerbirne wieder und wieder nach der Fortsetzung von Atomkraft wettert. Und als kleines Sahnehäubchen der Diskussion, stellt man jetzt fest, Atomkraft ist ja noch nicht einmal wesentlich günstiger als z. B. Windkraft. Sollten Sie also aus albernen merkantilen Gründen auf der Seite des Atoms stehen: Das ist jetzt auch kein Argument mehr.

Also, wie schon gesagt: Ausstieg muß bleiben!

~ von rotkohl am 10. Juli 2008.

2 Antworten to “Die neue Atomkraftfrage II”

  1. Die Atomlobby lässt eben nicht locker. Sie haben den Ausstieg zwar zugesagt, wollen aber durch die Hintertür doch weiter ihren – für sie – billigen Atomstrom verscherbeln. Da kommt ihnen die Ölpreiserhöhung und die damit einhergehende Gaspreissteigerung gerade recht. Alle regen sich darüber auf und die Energiekonzerne sagen: “Seht her, wir haben doch was preiswertes. Und das ist auch gar nicht so schlimm wie alle immer sagen. Lasst uns doch einfach weiter Atomstrom produzieren”. Und dann kommt immer das Argument, die Anderen würden ja auch weiter auf Atomenergie setzen.
    Bei solchen Argumenten krieg ich immer nen dicken Hals. Klar, führen wir die Todesstrafe doch wieder ein, die Amis haben sie ja auch.

  2. Stimmt, genau. Die Atomkraftanhänger sind absolut kurzsichtig. Alleine der Abfall strahlt hunderte von Generationen und es gibt noch nicht einmal ein Endlager. Ganz zu schweigen davon, daß der Dreck ja aktuell schon im Zwischenlager ins Grundwasser versackt. Manchmal möchte man den Leuten einfach nur einen Klapps auf den Hinterkopf geben. Aber Du hast auch da Recht: Das ist eine schlimme Lobby-Sache. Man darf nur nicht aufgeben, es zu kritisieren.

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