Selbstmord der SPD

Im Grunde ist es wirklich schade, was die SPD und ihre Mitglieder da im Augenblick machen. Dazu muß man nicht einmal ein Anhänger der Partei sein, sondern lediglich ein bekennender Demokrat. Die Vielschichtigkeit politischer Strömungen ist wichtig, soll sie einen Rest des Plebiszits erhalten. Doch was macht die SPD? Sie hält fest einen einem, demografisch zweifelsfrei erwiesenen, Unsympathen wie Kurt Beck, der offensichtlich aus einer Art Eitelkeit und Egoismus sein Wohl vor das der SPD stellt. Dann schlagen die Genossen auch noch eine furchterregende Frau wie Gesine Schwan zum Posten des Bundespräsidenten vor und paktieren dafür konspirativ mit der SED-Horde der Linken, die dafür natürlich lächelnd ihren Tribut einfordert. Das ist, als handle die Kuh mit ihrem Schlachter. Eine unglaubliche Kurzsichtigkeit, zumal wir ja auch schon einen wirklich guten Bundespräsidenten mit Horst Köhler haben. Frau Ypsilanti hat augenscheinlich das gleiche Gen wie Herr Beck zu hüten und will um Teufel komm’ raus regieren. Machtgier scheint hier das Hirn und die Voraussicht vollkommen eliminiert zu haben. Die Bundes-SPD protestiert heftig und scheitert kläglich. Und dann haben wir noch Herrn Clement. Es ist zweifelsohne, daß der lobbyverseucht sein Süppchen kocht. Aber betrachten wir uns doch einmal unseren ehemaligen Kanzler Schröder: Er bringt als letzte Zuckung seiner Amtszeit eine Gas-Pipeline auf den Weg und gleitet sanft aus dem Amt direkt zu diesem Betreiber der Pipeline in den Vorstand. Das ist politisch instinktlos, moralisch verwerflich und sozial eine wirkliche Schweinerei. Doch ist Schröder aus der SPD ausgeschlossen worden? Nein. Schlimmer kann in meinen Augen ein Politiker kaum agieren. Bei Clement mag die Motivation ähnlich beschämend sein, aber gleiches Recht für alle. Außerdem herrscht hier ja (noch) eine Art Demokratie und Meinungsfreiheit. Andersdenkende müssen, speziell in der SPD, angenommen und auch ertragen werden.
Wenn die SPD nicht bald ihr Profil findet, ist die Partei am Ende und muß zwangsweise das politische Staffelholz der linken Parteilandschaft an die SED weitergeben.

Das passiert, wenn man in einer großen Koalition seine Identität verliert.

~ von rotkohl am 10. August 2008.

2 Antworten to “Selbstmord der SPD”

  1. Es ist spannend, eigentlich müsste die Blogosphäre ihrer Zeit voraus sein.

    Warum versteht denn keiner, dass wir neuen Realitäten ins Auge schauen.

    Wir steuern auf ein 5parteien- System zu und die SPD versucht damit irgendwie umzegehen. Irgendwie, weil Beck diese Realitäten nicht für sich zu nutzen weiß. Er macht Verlegenheitspolitik und vielleicht kann man derzeit aus der Sicht gar nicht anders, wenn man SPDler ist.

    A.

  2. Realitäten ins Auge zu schauen, ist doch ein Stück Resignation. Bloggen hat die „Mission“, die Zukunft vielleicht ein wenig zu beeinflussen und das natürlich nach der Skala und den Werten der ureigensten Ansichten, die nicht in der Akzeptanz des Staus Quo münden müssen. Auch die Beurteilung von Weitsichtigkeit liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Auge des Betrachters.

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