Ausschreitungen bei Demo gegen NPD in Hamburg – eine Schande

In Deutschland ist es ja schon fast ein Volkssport, hier zu schreien, wenn es um Ereiferung über Auftritte von Faschisten und Rassisten geht. Letztendlich absolut richtig, aber die Auskleidung dieses vermeintlichen Protests ist oft erschütternd. Heute in Hamburg mal wieder ein gutes Beispiel. Eine kleine Truppe von Rechten demonstriert gegen das morgige Schanzenfest. Hier zunächst: Die NPD hat die das gleiche Recht zu demonstrieren wie alle anderen auch. Das mag dem einen oder anderen nicht gefallen, es ist aber so. Ist eben eine Demokratie, die Meinungsfreiheit nicht nach dem Gesichtspunkt der politischen Korrektheit verteilt. Gott sei Dank. Eine Demokratie kann so etwas ab. Wo wir bei dem von der NPD kritisierten Schanzenfest sind. Tatsächlich ist das keine genehmigte Veranstaltung. Auch das ist in Deutschland so, man braucht für so viele Dinge eine Genehmigung. Aber das Schanzenfest ist so eine spezielle Sache. Und ich weiß, wovon ich Rede, da ich selbst beim letzten Schanzenfest zufällig vor Ort war. Die Stimmung, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, ist großartig. Die Ecke ist wirklich einzigartig, das eigentliche Fest erlebenswert. Doch wie ein Uhrwerk zogen sich plötzlich die sog. „Autonomen“ ihre Masken hoch und aus allen Ecken drängten die Vermummten in Richtung Polizei. Schon brannten erste Barrikaden, dann flogen Feuerwerkskörper und schließlich Steine. Das hat rein gar nichts(!) mit Protest zu tun. Das ist purer Terrorismus. Zumal ich mich auch mit einigen „Teilnehmern“ gewagt habe zu unterhalten. Es waren viele nicht einmal aus Hamburg. Ausflugsterrorismus. Und was ich nicht verstehe: Diese Wahrnehmungen hatten doch alle Beteiligten und anschließend konnte man den Medien nur den Protest über zu hartes Vorgehen der Polizei entnehmen. Absurd. Wie soll man sich denn als Polizist verhalten, wenn einem Steine entgegengeschleudert werden?

Da sollte sich der gewaltbereite Chaot doch auch mal fragen, ob Gewalt gegen Polizei sich mit seiner vermeintlichen politischen Einstellung vereinbaren läßt. Die Polizisten haben auch einen Anspruch auf körperliche Unversehrtheit und sie haben Familie, sind Väter oder Mütter. So flogen auch heute wieder Steine und Polizeiwagen wurden attackiert. Sogar Warnschüsse fielen. Das hat NICHTS mit politischem Protest zu tun. Eine echte Schande. Der autonome Block sollte sich schämen. Aber Scham und Respekt scheinen nicht mehr in Mode zu sein. Aber wer meckert, der sollte auch Verbesserungsvorschläge machen: Warum lassen wir in Hamburg die NPD nicht soviel demonstrieren, wie sie mag und lassen die einfach links liegen. Stell dir vor, es ist Nazidemo und keiner geht hin. Die würden ganz schnell mit solchen Auftritten aufhören. Wir würden nicht nur Geld sparen sondern auch Gesundheit der Ordnungskräfte schonen. Denn ganz klar bei aller politischen Korrektheit: Das Problem waren heute überhaupt nicht Leute von der NPD, sondern ausschließlich die haßverzerrten und gewaltbereiten „Gegendemonstranten“. Auch das muß man in einer Demokratie sagen dürfen. Und ich bin sicher, morgen werden wieder Ausschreitungen auf dem Schanzenfest passieren. Da bekommt der Ausflugsterrorist mit einer Reise gleich zwei Chancen zum Steinewerfen. Protestiert doch da mal gegen, aber bitte friedlich!


~ von rotkohl am 11. September 2009.

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