„Schwer verliebt“ auf Sat1 – menschenverachtend!

Sat1, der Sender, auf dem die Realität mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, bringt nun eine neue Sendung auf den Markt: „Schwer verliebt“. Es werden normale Menschen mit kleinen Fehlern auf der Suche nach einem Partner dem Publikum regelrecht vorgeführt und dabei bewußt bloßgestellt. So werden die Vorstellungen der Partner-Suchenden gezielt so inszeniert, daß der Kandidat sich möglichst als begaffenswerter Freak darstellt und nicht, wie es eigentlich für eine Partnerschaftssendung sinnvoll wäre, so vorteilhaft wie eben möglich. Da läßt man die Leute Dinge erzählen, die jeder seriöse Sender sofort gelöscht hätte. Je verquerer die Äußerungen und Handlungen, desto gieriger halten Mikrofon und Kamera drauf. Untermalt mit grotesker Musikbeimischung und herabwürdigenden Kommentaren bis zur Schmerzgrenze.

Da präsentiert man eine Frau, die sich inmitten einer Unzahl von Barbiepuppen rekelt, da darf ein Delinquent sich von seiner Mutter die Haare kämmen lassen, während diese sich ungelenkt über ihren Sohn äußert. Der Herr mit einem Sprach-Defekt, muß diesen möglich plakativ dem Mikrofon präsentieren. Ein anderer outet sich vor laufender Kamera und erzählt seinem Vater, er sei schwul. Und so wird ein Kandidat nach dem anderen regelrecht vorgeführt.

Die Sendung erinnert an ein mittelalterliches Spektakel zum primitiven Begaffen von Menschen mit kleinen Fehlern. Sie ist bis ins letzte Detail verlogen und nur dahin ausgerichtet, dem primitiven Geschmack eines voyeuristischen Publikums zu genügen.

Ob die Darsteller dabei gezielt ihrer Würde beraubt werden, Sat1 ist es sichtlich egal. Das ist niveauloses, menschenverachtendes Fernsehen aus der untersten Schublade.

Bitte zukünftig: Abschalten!

Sendung „Akte“ auf SAT1 – Pseudo-Journalismus

Seit der Fernsehsender SAT1 dazu übergegangen ist, die langweilige Realität durch abstruse und konstruierte Vorstellungen seiner Redakteure zu ergänzen, ist jegliche Glaubwürdigkeit eigentlich schon verloren gegangen.

Immerhin betreibt SAT1 noch sein Magazin „Akte“ mit Ulrich Meyer. Da sollte es doch noch mit der Realität und dem Journalismus halbwegs klappen. „Reporter kämpfen für sie“, „Reporter decken auf“ und ähnlich reißerische Sprüche, lassen aber schon Böses ahnen.

Nun fiel die Internetseite „iShareGossip“ in den Fokus der Akte-Produzenten. Eine Webseite, auf der Jungendliche sich gegenseitig sanktionslos beschimpfen können. Der Betreiber wird daher gesucht, um eine Abschaltung dieser Seite veranlassen zu können. Jetzt ein aktueller Bericht der Akte, der von einem Insider sprach und bei dem der Spannungsbogen künstlich und reißerisch gesteigert wurde.

Das Ergebnis: Akte fand angeblich den Betreiber der Internetseite „IShareGossip“: Manuel T. Nur notdürftig wurde er unkenntlich gemacht und natürlich auch noch ein wenig vor seiner Wohnung gefilmt – da hätte man die Unkenntlichmachung auch gleich weglassen können.

Schließlich äußerte Manuel T. im „Interview“ -natürlich ohne verzerrte Stimme- wie er sich Autos und Häuser von dem Gewinn dieser Seite leisten könne. Jeder, der etwas Menschenkenntnis besitzt, hätte das an der Stelle als Schwadronieren und Imponiergehabe entlarven können. Die „investigativen Reporter“ von der „Akte“ scheinbar nicht. Dabei gab es im Bericht selbst sogar noch einen Tip: Jemand kannte den Delinquenten und mutmaßte über ihn, er sei eine Art Sprücheklopfer.

Da die Polizei auch gelegentlich den Fernseher einschaltet und der „Schwerverbrecher“ Manuel T. recht einfach zu ermitteln war, wurde dieser stante pede verhaftet.

Ergebnis: Die Geschichte war von vorne bis hinten falsch. Manuel T. ist ein sog. Trittbrettfahrer. Er arbeitet als Lagerist und erfand die Geschichte.

Reporter decken auf…. Was soll man auch von einer Sendung halten, wo regelmäßig auch Brüste, Bikinis und andere solcher staatstragenden Themen behandelt werden?

Ich gestehe, gelegentlich verweile ich auch beim Durchzappen bei der Sendung. Es ist im Grunde schon fast sehenswert, wie seicht und von flachstem Niveau Journalismus sich im Privatfernsehen darstellt.

Früher hieß es immer, die Bildzeitung markiert die unterste Qualitätsgrenze journalistischer Tätigkeit. Doch im Vergleich zum Privatfernsehen, gewinnt die Zeitung mittlerweile richtig an Qualität.

So dachte man damals auch immer, wer in der Bahn oder dem Bus Bild-Zeitung liest, leide an geistiger Verarmung. Heute hingegen ist es schon so, daß man sich freut, wenn überhaupt noch jemand zu einer Tageszeitung greift. Da darf es notfalls auch eine Bildzeitung sein.

SAT1 hingegen (und natürlich ebenso RTL), ist zunehmend verflachend und bedient nur noch einen unterschichtlichen Informations- und Qualitätsanspruch.

Eine fatale Entwicklung.

Idiotische Namensgebungen in Deutschland

Im Augenblick flimmert gerade Geistfreies über deutsche Auswanderer im sog. „Free-TV“. Wo wir schon im Kern der Sache sind. Hirnfreie Anglizismen. Aktuell trottelt hier eine, schon vom Habitus her, schlichte DEUTSCHE Familie über den Bildschirm. Mutter, Vater und drei grenzdebile Kinder wandern in die Schweiz aus. Die drei Kinder, Achtung, jetzt kommt es: Damien, Leyland und Cheyline (ich weiß nicht einmal, wie dieser Vollproll-Name geschrieben wird…). Geht es noch? Welches tragische Vakuum zwischen den Ohren treibt Horden von Deutschen dazu, diese schwachsinnigen Namen zu vergeben? Was ist nur so schlimm an Andreas, Christopher oder auch Jörg? Wie steht es denn so mit einer Landesidentität? Tradition? Und machen wir uns nichts vor, wie beknackt klingt denn z.B. Damien Müller oder Marvin Schmidt? Bei halbwegs synaptisch begabter Würdigung, ist eine solche Wahl doch nur grotesk. Und wo sind die helfenden Hände der Standesbeamten, die diesem Wahnsinn Einhalt gebieten? Schlafen die, wie ihr Ruf es nahelegt? Bitte, gebt uns unsere Stefans zurück.

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