McCain verhöhnt erneut Deutschland und Obama

Ich frage mich langsam, wie weit das Niveau des amerikanischen Wahlkampfes noch sinken kann. Da stellt das Team von McCain manipulierte Videos in das Internet, die Obama mit David Hasselhof oder Leonardo de Caprio vergleichen und ihn und Deutschland der Lächerlichkeit preisgeben. Aus der Sicht eines halbwegs vernünftig erzogenen Menschen, ist das Kleinkinder-Wahlkampf auf dem geistigem Level irgendwo bei -10 bzw. im Range einer Mickey Mouse Geschichte. Dazu kommt, daß erneut kaum jemand in Deutschland gegen die erneuten Beleidigungen aufbegehrt. Ich überlege mir gerade, was nur aus ein paar albernen Karikaturen in Dänemark geworden ist. Selbstverständlich war das eine absolute und vollkommen engstirnige Fehlreaktion, aber was hier gerade passiert, ist schlechterdings zu wenig. Kein Stolz, kein Rückgrat. Einem Schandmaul wie McCain gehört selbiges auf einem anständigen und kultivierten Weg gestopft. Aber Deutschland hat sich offensichtlich zu einem regelrechten Duckmäuser-Staat entwickelt. Das ist wirklich schade.

Deutschland, wo ist Dein Rückgrat?

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten durchläuft und durchlief ja durchaus sehr wechselhafte Temperaturbereiche. Und nun kommt ein Präsidentschaftskandidat der USA nach Berlin, dem die Berliner offenbar einen Wechsel der Betonkopf-Politik der letzten Jahre zutrauen und ihn freundlich und mit Interesse empfangen. Er wirbt mit dem Slogan „Change“ und gibt Anlaß zur Hoffnung, die egomanische Politik der USA könne sich zukünftig etwas entspannen. So jubeln dem Kandidaten sage und schreibe 200.000 Menschen zu. Bis zu diesem Punkt könnte man sich erfreut über diese Tendenzen zeigen. Normalerweise müssen amerikanische Politiker mit Soldaten und Panzern vor dem Zorn der Bevölkerung geschützt werden. Doch jetzt: Alles wunderbar. Und da erfreuliche Ereignisse immer jemanden finden, der ihnen neidvoll begegnet, feuert das Team des republikanischen Gegenkandidaten aus allen Rohren und zeigt einmal wieder die häßliche Fratze amerikanischer Entgleisungen: „Die anbiedernden Deutschen“. Je nach Übersetzung auch „kriecherisch“.

Und was passiert? NICHTS. Keine Verstimmung, kein Protest, keine Wut. Das Hamburger Abendblatt kontert immerhin heute, aber versteckt sich auf Seite fünf. Spiegel online berichtet, aber kommentiert nicht anlaßgerecht, etc, etc. Politik heißt nicht immer, den Schwanz einzuziehen. Deutschland, wo nur ist Dein Rückgrat geblieben??

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