Das war es schon wieder für Harald Schmidt bei Sat.1. Nach nicht einmal einem Jahr wird die Harald Schmidt Show zum 3. Mai gleich wieder abgesetzt. Die Einschaltquoten waren Sat.1 zu schlecht.
Wenn man sich die sonstige Programmstruktur von Sat.1 so ansieht, ist dies eigentlich nur eine logische Konsequenz. Der Sender gehört mit RTL wohl zu den mit Abstand primitivsten Sendern in der deutschen TV-Landschaft. Hauptsächlich füllt man sein Programm mit billigen und niveaulosen Produktionen. Scripted Reality, also schlechte Laienschauspieler spielen das „echte“ Leben nach, überflutet das Programm.
Spielfilme mit schlechten Drehbüchern, Sendungen ohne jeglichen Qualitätsanspruch. Investigative Magazine, wie beispielsweise „Akte“ die nur so tun, als seien sie echte Magazine und sich mit so weltbewegenden Themen wie, Hilfe, mein Busen ist zu groß oder der Gefahr der Masturbation beschäftigen. Selbst sog. Wissensmagazine oder tatsächlich einmal echte Reportagen bewegen sich eher unterhalb des Anspruchs der Sesamstraße. Bildung und Information für Dummköpfe. Ein aussichtloses Unterfangen.
Oder die Shows, in denen gezielt Menschen vorgeführt und gedemütigt werden, Stichwort „Schwer verliebt“. Die Grenzen des Anstandes werden dabei für die Quote regelmäßig weit überschritten.
So findet sich in der gesamten Senderstruktur von Sat.1 kaum auch nur etwas mit Niveau.
Bis auf Harald Schmidt eben. Man mag ihn mögen oder nicht, zweifelsohne ist die Show nicht der Firlefanz, dessen sich Sat.1 ansonsten in geneigte Publikum erbricht.
Das Absetzten von Harald Schmidt zeigt aber auch einen besorgniserregenden Trend in der Medienszene: Es zählt ausschließlich die Quote. Dabei spielt es gar keine Rolle, mit welcher sendertechnischen Umweltverschmutzung man den Zuschauer zumüllt. Hauptsache der Zuschauer schaltet ein. Grenzen des schlechten Geschmacks? Keine!
Natürlich unterliegen Privatsender nicht den Richtlinien der öffentlich rechtlichen Sender, aber auf jegliche Art von Niveau zu verzichten, das ist schon ein Armutszeugnis, natürlich auch für die grenzdebilen Zuschauer, die sich beispielsweise an den scripted reality Sendungen ergötzen, oft sogar ohne zu merken, daß es sich nur um Laienschauspieler handelt.
Bekommt ein Land das Programm, was ihm entspricht? Ein schlimmer Gedanke.



