Unverschämte Benzin-Abzocke auf Rekordniveau

Der Autofahrer leidet weiter unter der schwindelerregenden Gier der Mineralölkonzerne. Rekordpreis folgt auf Rekordpreis. Das abgeschmackte Abzocken des Verbrauchers findet offenbar keine Grenzen. Es wird genommen, was der Markt hergibt.

Neueste Taktik: Die Preise werden endlos oft am Tag erhöht und dann wieder minimal gesenkt. Teilweise betragen die Preissprünge nach oben unfaßbare 15 Cents. Auch der Umstand, daß in der letzten Zeit regelmäßig die Preiserhöhungen von sonntags oder montags erfolgten, ist längst Geschichte.
Die großen Preissprünge haben natürlich nur den Sinn, uns kurzzeitig an deutlich höhere Preise zu gewöhnen, damit man sie später fein dosiert dort auch festigen kann.

Über den Umstand, daß wir massiv bei den Preisen übervorteilt werden, braucht man an dieser Stelle wohl kein Wort mehr zu verlieren. Denn die Konzerne fördern, raffinieren, transportieren und verkaufen alles in einem Strang. Wo sollen da wirklich gestiegene Kosten entstehen? Der Rohölpreis wird künstlich durch Spekulationen hoch gehalten, trotz nachlassender Nachfrage.

Außerdem hat er als wirklicher Preisindikator längst ausgedient. Sinkt der Rohölpreis, passiert fast nichts. Steigt der Preis, ist diese Steigerung in wenigen Stunden an der Zapfsäule angekommen. Einfach dreist. Dieselfahrer wird der Preisvorteil um die Hälfte gekürzt, damit man bei den sparsamen Motoren und LKWs noch mal so richtig zulangen kann. Das macht regelrecht wütend.

Manchmal frage ich mich, ob die Pressesprecher und Repräsentanten der Konzerne den Unsinn, den sie da in die Kameras quasseln, auch selbst glauben. Wahrscheinlich nicht. Aber das zählt ja auch nicht.

Es geht doch um satten Profit, wenn kümmert da schon die Moral?

Und so vervielfachen sich die Gewinne der Konzerne weiter und weiter und die Rechnung zahlt immer nur der Verbraucher und speziell diejenigen, die nicht auf ihr Auto verzichten können.

Und so zeigt sich langsam, daß die Energiekonzerne sich regelrecht zur Geißel der Neuzeit entwickeln.

Und so kommt mir unwillkürlich in den Sinn: Ist es anständig, für einen Energiekonzern zu arbeiten?

Und was kann man gegen all das tun?

Wie hier schon so oft erwähnt: Nicht mehr bei den großen Tankstellenketten tanken. Wo es geht, zumindest zu Jet, am besten aber zu den freien Tankstellen. Oder Protest organisieren und sich auf einen Konzern einigen, den man regelrecht platt macht. Nur so oder ähnlich kann wenigstens etwas Marktwirtschaft in die Abzocke hineingepreßt werden.

Benzinpreise noch immer deutlich überteuert!

Wir schreiben heute (21.11.08) die fast historische Marke, da das Barrel Rohöl endlich und unerwartet wieder unter 50 Dollar fällt. Doch in der allgemeinen Erleichterung, daß die Benzinpreise nun wieder gesunken sind, verkennt der Verbraucher die noch immer viel zu hohen Preise.

So bewegen Shell, Esso und Co heute natürlich nicht den Benzinpreis an den Zapfsäulen nach unten, so wie es im Angesicht des Knackens der 50-Dollar Marke denklogisch wäre und auch den bisherigen Mechanismen der Mineralölkonzerne bei den Preiserhöhungen entspräche, nein, die Abzocker hauen gleich mal wieder vier Cent auf den Preis DRAUF. Der Deutsche tankt doch eh weiter. Und wo sich schon keiner über die viel höheren Preise der Vergangenheit oder z.B. das mysteriöse Verschwinden von Normalbenzin und dem wundervollen Auftauchen von „Super V-Power“ (wer eigentlich tankt diesen Scheiß für vier Cent mehr ohne Nutzen?) aufregt, da traut man sich doch mal was bei der erneuten Übervorteilung des Benzinkunden.

Und wer sich die Mühe macht und nachrechnet, Inflation, Rohölpreis, Dollarkurs berücksichtigt und schließlich ein paar Jahre zurückschaut, der wird feststellen können, daß Benzin und gerade Diesel heute noch viel zu teuer sind. Nicht umsonst fahren die Mineralölgesellschaften – trotz schlimmster Finanzkrise – einen Gewinnrekord nach dem andern ein. Aber im Bla-Bla über die gesunkenen Benzinpreise schaut einfach keiner mehr richtig hin.

Ja, und ich habe sie wieder gesehen, die Blödmänner, die wie die geistlosen Lemminge an die Zapfsäulen der Shell- oder Araltankstellen schleichen und doch genau wissen: Die nächste freie Tankstelle macht es billiger. Solange die Verbraucher ihre Marktmacht nicht kapieren und angesichts eines Preisunterschiedes von einem oder zwei Cents pro Liter zur freien Tankstelle, ihre Autos weiter zu den Markentankstellen rollen, werden den Abzockern Tür und Tor geöffnet.

Aber natürlich habe ich in der Berechnung etwas vergessen, was die höheren Spritpreise absolut rechtfertigt. Das Benzin muß ja zu den Tankstellen gefahren werden und der Sprit doch so teuer……

Rohölpreis sinkt um 7 Prozent und Shell erhöht dreist um 9 Ct den Sprit

Nein, ich werde nicht müde, auf die Sauereien der Mineralölkonzerne mit dem Finger zu zeigen (auch wenn ich mich dabei fortlaufend wiederholen muß). Heute sinkt Rohöl auf 90$/Barrel, also um über 7 Prozent zum Vortag, der Dollar hat sich mit 1,42 zum Euro wieder etwas erholt. Also genau die Parameter, die uns immer wieder als Preistreiber vorgehalten wurden. Also muß doch Benzin heute deutlich billiger werden. Und was passiert?

Shell und andere erhöhen das Benzin dreist an der Tankstelle um gigantische NEUN Cent.

Und schon wieder kostet Sprit 1,51 Euro/Liter. Das ist Raubrittertum der unappetitlichsten Sorte. Pure Abzocke! Aber wir machen es denen auch viel zu einfach.
Wer nicht protestiert, kriegt eben teure Energie.


Kleines Update: benzinpreise-noch-immer-deutlich-überteuert


Wann endlich platzt Ihr Kragen bei der Preistreiberei?

Heute sinkt der Rohölpreis deutlich unter 100 $/Barrel, der Dollar fast unverändert: Shell erhöht sofort um sechs Cents an der Zapfsäule. Falsche Richtung, ach egal…. Die Begründungen werden immer abstruser und beleidigen den Intellekt eines jeden Zuhörers. Sprit soll einfach weiter mindestens 1,45 Euro kosten, egal wie die Parameter sich auch verändern. Und wehe, wenn der Rohölpreis wieder nach oben geht. Dann wird es noch einmal extra teuer. Von sozialer Verantwortlichkeit hat sicher bei denen noch nie jemand etwas gehört. Gewinnmaximierung um jeden Preis! Und dieser Gewinn liegt doch jetzt schon in schwindelerregenden Höhen. Oder schauen wir auf Heizöl, Strom und Gas. E.on, RWE und andere „Versorger“ in den Branchen erhöhen dort einskalt schon fast im Monatstakt. Auch denen sind Appelle von Politik und Verbraucherverbänden vollkommen(!) egal. Man tut fast so, als sei es eine höhere Macht, die den Energiepreis bestimmt.
Solche Mechanismen setzen sich ja auch schon im Supermarkt fort: Da springt eine mittelprächtige Nudel in sechs Monaten von 80 Cent auf 1,50 Euro. Salatgurken müßten ein fernsteuerbares Display als Preisschild haben, so schnell steigt der Preis im Augenblick. Salatöl macht die absolut gleiche Preissteigerung durch wie die Nudeln. Käse, Gemüse, alles drastisch teurer und ein Ende nicht abzusehen.
Heute läßt die Bahn dann noch verlauten, sie erhebe einen Zuschlag pro Fahrkarte, wenn man so unverschämt sei, sich im überfüllten Reisezentrum 30 Minuten genervt anzustellen und sich persönlich von einem mißgelaunten Mitarbeiter der Deutschen Bahn eine Fahrkarte zu kaufen. „Bedienzuschlag“, natürlich nicht pro Bedienvorgang, sondern pro Ticket. So kann jemand, der für eine Gruppe Hin- und Rückfahrt bucht, schnell diese Gebühr zweistellig bezahlen müssen. Das zusammen mit der unverschämten, zweiten Preiserhöhung des Jahres: Eine echte Frechheit.
Dann stehe ich heute einmal wieder vor der Shell-Tankstelle meines Mißtrauens, die wieder gerade die Preise erhöht hat und sehe wieder drei, vier Wagen, die dort tanken. Ich kenne auch viele, die noch nicht ihren Energieversorger gewechselt haben. Es riecht nach schlimmster Apathie. So geht das so immer weiter.
Ich habe heute eine Unterhaltung zweier, offensichtlich nicht schlecht situierter, Frauen mitangehört. Man erzählte sich übereinstimmend, nun einen Raum in der Wohnung im Winter nicht mehr heizen zu wollen. Man fahre jetzt auch mehr mit der Bahn.
Wir haben Kriege überstanden, erfanden und forcierten die Industrialisierung. Erreichten Wohlstand. Und jetzt? Wir drehen die Uhr wieder zurück, weil wirtschaftliche Interessen und die Spekulationen mit Nahrung und Rohstoffen einfach keine Ethik mehr kennen. Es ist die Gier, die den Takt vorgibt.
„Etwas ist faul im Staate Dänemark…“, um es mit Shakespeare zu sagen.

Und wann platzt Ihr Kragen?

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