Heute verliert der Rohölpreis fast 6 Prozent, der Dollar fast 1 Prozent. Nach den Regeln der bisherigen Preiserhöhungen, muß Benzin nun heute abend zumindest um die Differenz von fünf Prozent billiger werden. Denn das waren die gängigen Begründungen der letzten Zeit. Aber ups, an der Zapfsäulen tut sich gar nichts. Tatsächlich erhöht Aral in der Innenstadt um mehrere Cent. Ein absoluter Irrsinn. In den USA haben die Preise für Benzin längst um mehr als 30 Prozent nachgegeben. Wo die wohl ihr Öl herbekommen? Ach ja, wir sind in Deutschland. Hier kann man den Leuten dreist in die Tasche greifen, die halten immer den Mund. Und das zuständige Kartellamt ist ein krallenloser Papiertiger. Da ist es ein echter „Jammer“, daß der Sturm „Gustav“ nicht die ganze Süd-Küste der USA verwüstet hat, das wäre doch ein ganz „toller“ Grund, mal wieder so richtig die Preise zu erhöhen. Aber das passiert jetzt wahrscheinlich, weil der Sturm zu schwach war oder die Frau vom Tankwart in Denver einen Schluckauf bekam.
Finanzsenator empfiehlt Pullover gegen hohe Energiepreise
Es ist schockierend zu sehen, wie sehr die politischen Akteure sich von der Realität ihrer Arbeitgeber (WIR SIND DAS VOLK!) entfernen. Da erbricht sich Berlins Finanzsenator Sarrazin (SPD) verbal damit, daß er der Bevölkerung doch allen Ernstes empfiehlt, sich angesichts steigender Energiepreise, im nächsten Winter einen Pullover überzuziehen. Unfaßbar. Insbesondere unter dem Aspekt, daß hohe Energiepreise keine unbeeinflußbare Unwetterfront sind. Die Energiepreise sind hausgemacht. Es ist die Gier der Spekulanten und nichts sonst. Es ist an der Politik, diesen äußerst sozialschädlichen Tendenzen einen Riegel vorzuschieben und nicht der Bevölkerung zu empfehlen, einen Pullover anzuziehen. Und wenn der ignorante Herr Sarrazin sich darauf bezieht, er habe nach dem Krieg auch gefroren, dann würde ich ihm schlichtweg eine gehörige Portion Realitätsverlust unterstellen. Den politischen Kräften unseres Landes scheint nach und nach jegliche Einsichtsfähigkeit in die Bedürfnisse des „gemeinen“ Volkes zu entgleiten. Es wird ihnen aber auch durch regelmäßige und hohe Diätenerhöhungen nur zu leicht gemacht, das eigene Wohl über das der Anderen zu stellen.



