Wahl Baden Württemberg 2011 – Die Quittung für Arroganz

Und es trug sich zu, daß sich die bislang braven Bürger im Ländle am Größenwahn der Deutschen Bahn in Stuttgart störten. Stuttgart 21 wurde zum Exempel bürgerlicher Wut. Doch was taten die Mächtigen? Im Grunde nichts. Die Polizei ging gegen friedliche Demonstranten mit einer bisher kaum gekannten Brutalität vor. Niemand wurde zur Rechenschaft gezogen. Ministerpräsident Mappus, in seinem Agieren eher ungelenk, sprach ein Machtwort: Der Willen des Bürgers ist unerheblich. Bahnchef Grube, ein selten arroganter Vertreter der Managerkaste, warf ebenso zornig wie überheblich den Ausspruch „Stuttgart 21 wird gebaut, basta!“ aus.

Hochmut kommt vor dem Fall.

Und so wählten die Bürger die Hochmütigen einfach ab.

Eine auch überregional nutzlose FDP wurde gleich mitkassiert. Warum bei denen keiner versteht, daß schamlos vorgetragene Klientelpolitik und ein Guido Westerwelle, mit dem politischen Format einer Comicfigur, nicht wählerfreundlich sind?

Ein erfreulicher Nebeneffekt der Wahl: Die SED-Kommunisten blieben unter 5 Prozent.

Stellt sich nur die Frage, ob die Baden-Württemberger wissen, was sie sich da gewählt haben:

Eine lästige und unerträgliche Claudia Roth und die Islamisierungsspeerspitze Cem Özdemir, der sofort, mit einer bei der CDU abgeschauten Hochmütigkeit, mehr Rechte für seine Migranten forderte.

Außerdem haben die Grünen bislang immer bewiesen, daß sie nur stark im Rummosern und sehr wenig leistungsfähig im Regieren sind. Nur dagegen zu sein, das ist zu schlicht.

Aber in Zeiten von Fukushima und schwarz-gelber Bonzenpolitik, darf man hoffnungsvoll gespannt sein, was jetzt im Ländle geschehen wird.

Ein erster, positiver Effekt: Die Bahn stellt die Bauarbeiten an Stuttgart 21 zunächst ein.

Wir dürfen also gespannt sein.

Die spinnen, die Italiener

Eigentlich heißt es doch, aus Fehlern könne man lernen. Stimmt natürlich überall sonst, nur nicht in Italien. Daß das Völkchen da unten schon immer etwas speziell war, wissen wir seit geraumer Zeit. Korruption, Mafia, das kannte man ja. Auch der Hang zu einer hohen Frequenz von politischen Rücktritten, Neuwahlen und Splitterparteien, die nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig Steine in den Weg zu werfen. Aber sie haben auch diese großartige Lebensart, das wunderbare Essen und diese imposante Landschaft. Doch jetzt kommt ein kaum entschuldbarer Mangel hinzu: Die haben sich doch tatsächlich Berlusconi erneut wiedergewählt. Ein Mann, der wie kein zweiter in Europa die Demokratie mit Füssen getreten hat. Ein eitler und optisch grenzdebiler Medienmogul, der schon früh ein napoleonisches Machtbedürfnis entwickelt hat und zwar so deutlich, daß selbst der ignoranteste Wähler das hätte bemerken müssen. Er kauft einen Medienkanal nach dem anderen auf und beutet diese konsequent für sich und seine Ziele aus. Meinungsvielfalt ist unter Berlusconis Aufsicht ein absolutes Fremdwort. Selbst vor Gesetzesänderungen zum eigenen Vorteil schreckte er in der Vergangenheit nicht zurück. Ganz zu schweigen von politischer Polemik und Beschimpfungen Andersdenkender. Er ist ein schlimmes Beispiel dafür, wie politischer Einfluß mißbraucht werden kann. Und nun ist er wieder da: „Freuen“ wir uns also auf die nächsten Entgleisungen, Manipulationen und politischen Dreistigkeiten. Man könnte fast meinen, die Wähler in Italien würden unter kollektiver Amnesie leiden. Die spinnen, die Italiener….!?

Published in: on 15. April 2008 at 12:13  Hinterlasse einen Kommentar  
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